Workshop / Lehre

Workshops, Lehre

Arbeiten von A-Z alphabetisch sortiert.

Eine allgemeine Auswahl von Workshops und Lehrveranstaltungen.

Workshops + Teaching

Works sorted alphabetically from A-Z.

A general selection of workshops and teaching.

Lehre

Am kunstgeschichtlichen Institut Leipzig befaßte sich Gottfried im Hauptstudium schwerpunktmäßig mit Bild– und Medientheorie.

Workshop

Entstanden sind 2007 die Arbeiten Bilder der Fremde, sowie unter Anderem der Vortrag Alberti and Pino.

BLA–BLA

ALLGEMEIN

Aus einem nicht akademischen Arbeiterhaushalt stammend — mit Migrationshintergrund aus dem rumänischen Banat — studierte ich nach dem Abitur zunächst Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Indologie, Kunstgeschichte und Philosophie sowie anschließend Medienkunst mit direktem Einstieg in das Hauptstudium in der Medienkunstklasse bei Alba D‘Urbano. 

Am kunstgeschichtlichen Institut Leipzig befaßte ich mich schwerpunktmäßig mit Bild– und Medientheorie. An der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig lag der Fokus praktisch als auch theoretisch auf den Medien Film und Video sowie Performance: zeitbasierte Bildwissenschaften. Philosophische Schwerpunkte lagen in der spielerischen Befragung der Medien, Überlegungen zum Alltag, selbstreferentiellen Systemen sowie dem Einfluß zenbuddhistischer Logik auf die westliche Philosophietradition. 

Im Schuljahr 2016/2017 habe ich zuletzt an einer Dresdener Mittelschule als Lehrer für die Fächer Ethik und Kunst dieses Wissen praktisch anwenden können. Momentan bereite ich mein geplantes Promotionsvorhaben ›Zur Ethik des Zeigens‹ vor. Im Herbst 2017 reiste ich in das rumänischen Banat um an einem biographischen Rechercheprojekt zu arbeiten, welches als Projekt ›DÆTA‹ anläßlich des Europäischen Kulturerbejahres 2018 mit zahlreichen Partnern vor Ort umgesetzt wurde. Zur Zeit leite ich als Fortsetzung das Projekt ›ANA‹ welches als offizieller Beitrag für Temeswar als Europäische Kulturhauptstadt 2023 ausgewählt wurde.

Im Fokus meiner Studiengänge standen selbstbestimmte künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzungen im Spannungsfeld Bild–/Kulturwissenschaft, sowie projektbezogene, performative und experimentelle Arbeitsweisen. In der philosophischen Magisterarbeit ›Vom Alltag zur Philosophie. Beschreibung einer Parabel‹ wurde 2011 der Zusammenhang universeller Epistemologie und Alltagsfragen untersucht. ›KYRA‹, der unter cineastischen Aspekten autonom realisierte experimentelle Diplomfilm, kreiste in der Julihitze des Sommers 2015 um spielerische Selbstbehauptungsstrategien zeitgenössischer Kunst und wurde durch das ihm vorhergehende, schriftliche Pendant ›dis≠play≈er‹ theoretisch gerahmt.

Das Studium der Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig ist die Grundlage des fortwährenden Engagements und der Leidenschaft für Ästhetik, Film und zeitbasierte Medien. Fundierte Kenntnisse der gängigen Grafik– und Layout–Programme (u.a. Adobe InDesign, Illustrator und Photoshop), sehr gute graphische und konzeptionelle Fähigkeiten mit sicherem Gespür für Typographie, Farbe und Gestaltung, Kenntnisse in HTML, Java und CSS, eine strukturierte, organisierte und zuverlässige Arbeitsweise, sowie Team– und Kritikfähigkeit sind Ergebnis langjähriger Erfahrung in der Konzeption, Betreuung und öffentlichen Diskussion von zeitbasierten Werken und Projekten. 

Im Rahmen beider Hochschulstudiengänge wurden Kommunikations– und Organisationsgeschick, konzeptionelle Kreativität und wissenschaftliches Denken ausgeprägt und praktisch angewandt. Teamfähigkeit, hohe Belastbarkeit, Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein waren Grundlagen zur Durchführung zahlreicher Workshops, Festivals, der Beteiligungen an Symposien sowie diverser Initiativen, Kuratorien und Assistenzen.

Im Einzelnen konnten Kompetenzen in der Hochschulverwaltung, u.A. als Mitglied der Studienkommission und als wissenschaftliche Hilfskraft, in der projektbezogenen Arbeit mit Studierenden des Grund– und Hauptstudiums, im Rahmen zahlreicher Workshops und Veranstaltungen, weiterhin als freiberuflicher Dozent in der didaktischen Erwachsenenbildung und in der pädagogischen Jugendbildung im Rahmen einer Lehrtätigkeit in den Fächern Kunst und Ethik gesammelt werden. 

Grundlegende Kenntnisse und Erfahrungen in den Bereichen Strategie– und Prozessentwicklung, Projekt– und Veranstaltungsmanagement sowie Marketing– und Ergebnisorientierung, ein überdurchschnittliches persönliches Engagement, zeitliche und persönliche Flexibilität und Belastbarkeit, ein flexibler Wohnsitz, Fremdsprachenkenntnisse (Englisch, Französisch, Rumänisch) sowie ein Führerschein sind ebenso vorhanden; ebenso Kontakte im internationalen Kunst– und Galeriebetrieb.

Arbeit im kuratorischen/musealen und didaktischem/pädagogischen Bereich erfordert ein hohes Maß an Konformität und der konsequenten Einhaltung etablierter formaler Rahmen innerhalb designierter Communities. Mein persönlicher und biographischer Ansatz verbindet dabei stets den Umgang mit traditionellen Werten und der Vereinbarkeit von Handeln und Denken. Akademische und nichtakademische Ansichtsweisen schließen sich hierbei explizit nicht aus. Als klassische Antagonismen sind Theorie und Praxis zwar ideell getrennte Felder, jedoch gilt es deren Stellenwert inmitten eines Paradigmenwechsels moderner Informationssysteme und Bildungseinrichtungen neu zu befragen und die Möglichkeit einer zeitgenössischen Matrix kritisch zu reflektieren. 

Und wenn Sie hier immer noch weiterlesen sollten, sei dieser obligatorische „Bla–Bla“–Absatz auch noch hinzugefügt: Meine angestrebte Position soll entsprechend den diversen Interessen der Lernenden von diskursiven Bildstrategien ausgehen und innerhalb der Lehre interdisziplinär agieren können. Eine künstlerische Auseinandersetzung mit aktuellen Tendenzen medial orientierter Kunst, herausragende Arbeiten als auch umfangreiche theoretische und praktische Kenntnisse im Bereich der zeitgenössischen Kunst, Organisationskompetenz und Engagement sowie die Bereitschaft zur Mitarbeit in der Selbstverwaltung der Schule sowie eine hohe Bereitschaft zur Präsenz vor Ort ist Grundvoraussetzung einer aktiven Mitgestaltung der Schulentwicklung und den Anforderungen an die künstlerische und akademische Lehre.

Grundsätzlich ist die Identifikation mit dem Profil der Stelle sowie die Bereitschaft, diese in der täglichen Arbeit zu leben, genauso selbstverständliche Voraussetzung der angestrebten Tätigkeit, wie die interdisziplinäre Mitwirkung, insbesondere die nachhaltige Planung und Organisation in Zusammenarbeit mit den Vertreterinnen und Vertretern anderer Fachgebiete. Weiterhin die Betreuung, sowie die aktive Ausgestaltung von Lehre und Forschung, die Weiterentwicklung der Lehrpläne, die Akquirierung von Dritt– und Fördermitteln, als auch die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit in den Organen und Gremien der Selbstverwaltung. Sehr gute Englischkenntnisse aufgrund eines fast zweijährigen Aufenthaltes in London sowie die Fähig­keit und Bereit­schaft zur Durchführung von Lehr­ver­anstaltungen in englischer Sprache sind vorhanden.

Organisation, Betreuung sowie Modellierung des interdisziplinären Lehrangebotes, Vermittlung von künstlerischen und theoretischen Grundlagen, Entwurfs– und Präsentationstechniken, Weiterentwicklung von interdisziplinären Lehrangeboten, Förderung einer Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst auf der Grundlage kontextueller, historischer und interdisziplinärer Ansätze, kritische Beschäftigung mit medialen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen der Gegenwart …. sind hauptsächlich eine Anreihung von inhaltsleeren Standardformulierungen. Versuche ich aber dennoch umzusetzen.

ABOUT

GENERAL

Coming from a non-academic working-class household — with a migration background from the Romanian Banat — after graduating from high school, I first studied modern German literature, Indology, art history and philosophy, and then media art, with direct entry into the main course in the media art class with Alba D’Urbano.

At the Leipzig Institute of Art History, I focused on image and media theory. At the Leipzig Academy of Visual Arts, the practical and theoretical focus was on the media of film and video, as well as performance: time-based image studies. Philosophical focuses were on playful questioning of the media, reflections on everyday life, self-referential systems and the influence of Zen Buddhist logic on the western philosophical tradition.

In the 2016/2017 school year, I was last able to apply this knowledge in practice as a teacher of ethics and art at a Dresden middle school. I am currently preparing my planned doctoral project ›On the Ethics of Showing‹. In autumn 2017 I travelled to the Romanian Banat to work on a biographical research project, which was implemented as the ›DÆTA‹ project on the occasion of the European Year of Cultural Heritage 2018 with numerous local partners. I am currently leading the ›ANA‹ project as a continuation, which has been selected as the official contribution for Timisoara as the European Capital of Culture 2023.

The focus of my degree courses was on self-determined artistic and scientific debates in the field of image and cultural studies, as well as project-related, performative and experimental working methods. In the philosophical master’s thesis ›From everyday life to philosophy. Description of a parable‹ in 2011, the connection between universal epistemology and everyday questions was examined. ›KYRA‹, the experimental diploma film, realized autonomously from a cinematic perspective, revolved around playful self-assertion strategies of contemporary art in the July heat of summer 2015 and was theoretically framed by its preceding written counterpart ›dis≠play≈er‹.

The study of media art at the Academy of Visual Arts Leipzig is the basis of the ongoing commitment and passion for aesthetics, film and time-based media. In-depth knowledge of common graphics and layout programs (including Adobe InDesign, Illustrator and Photoshop), very good graphic and conceptual skills with a sure sense of typography, color and design, knowledge of HTML, Java and CSS, a structured, organized and reliable way of working, as well as the ability to work in a team and to accept criticism are the result of many years of experience in the conception, supervision and public discussion of time-based works and projects.

As part of both university courses, communication and organizational skills, conceptual creativity and scientific thinking were developed and applied in practice. The ability to work in a team, high resilience, commitment and a sense of responsibility were the basis for carrying out numerous workshops, festivals, participation in symposia and various initiatives, curators and assistants.
In detail, skills were gained in university administration, including as a member of the study commission and as a research assistant, in project-related work with students of the basic and main courses, in the context of numerous workshops and events, and as a freelance lecturer in didactic adult education and in pedagogical youth education as part of a teaching activity in the subjects of art and ethics.

Basic knowledge and experience in the areas of strategy and process development, project and event management as well as marketing and results orientation, above-average personal commitment, temporal and personal flexibility and resilience, a flexible place of residence, foreign language skills (English, French, Romanian) and a driving license are also available; as are contacts in the international art and gallery business.

Work in the curatorial/museum and didactic/educational field requires a high degree of conformity and consistent adherence to established formal frameworks within designated communities. My personal and biographical approach always combines dealing with traditional values ​​and the compatibility of action and thought. Academic and non-academic viewpoints are explicitly not mutually exclusive. As classic antagonisms, theory and practice are ideally separate fields, but their importance must be re-examined in the midst of a paradigm shift in modern information systems and educational institutions and the possibility of a contemporary matrix must be critically reflected upon.

And if you are still reading on here, this obligatory „blah blah“ paragraph should also be added: The position I am aiming for should be based on discursive image strategies in accordance with the diverse interests of the learners and be able to act in an interdisciplinary manner within the teaching. An artistic engagement with current trends in media-oriented art, outstanding work as well as extensive theoretical and practical knowledge in the field of contemporary art, organizational skills and commitment as well as the willingness to participate in the self-administration of the school and a high level of willingness to be present on site are basic requirements for actively helping to shape the school’s development and the requirements of artistic and academic teaching.

Basically, identification with the profile of the position and the willingness to live it in daily work are just as natural prerequisites for the desired activity as interdisciplinary participation, in particular sustainable planning and organization in cooperation with representatives of other specialist areas. Furthermore, the supervision and active design of teaching and research, the further development of the curricula, the acquisition of third-party and grant funding, as well as the willingness to actively participate in the bodies and committees of the self-administration. Very good English skills due to a stay of almost two years in London and the ability and willingness to conduct courses in English are available.

Organization, supervision and modeling of the interdisciplinary teaching program, teaching of artistic and theoretical principles, design and presentation techniques, further development of interdisciplinary teaching programs, promoting an engagement with contemporary art on the basis of contextual, historical and interdisciplinary approaches, critical engagement with media and socio-political issues of the present … are mainly a series of empty standard formulations. But I try to implement them nonetheless.


LERN– UND LEHRPHILOSOPHIE

Verdeutlichung grundlegender Überzeugungen und Vorstellungen von Lernen und Lehren sowie des Stellenwerts der Lehre

Im Folgenden versuche ich meine persönliche Haltung zu Lern– und Lehrkonzepten zu umreißen, welche Ergebnis meiner Biographie und meines akademischen Werdeganges ist. 

Zur Ethik des Zeigens

Lehren und Lernen gehören selbstverständlich zusammen, ergänzen sich und schliessen sich auch aus; je nachdem aus welcher Perspektive man darauf blickt beziehungsweise in welcher Rolle man sich befindet. Bevor man jedoch diese Gegenpole im scharfen Kontrast oder gar als konträre Positionen von aktiven und passiven Vorgängen vorwegnimmt, sei die grundlegende Frage erlaubt, inwieweit es innerhalb der Hierarchie eines Bildungssystems eine derartige Spaltung geben kann: denn ist nicht das Lehren von Inhalten oder Überzeugungen gleichzeitig ein Lernen über die Voraussetzungen und Wirkungen des selbigen Vorgangs und die permanente Reflexion darüber? Vice versa beinhaltet nicht ein Lernen auch das Lehren selbst – und sei es nur das Sich–Selbst–Lehren, der Suche nach einer individuell geeigneten Methode, Inhalte zu übertragen und weiterzuentwickeln? 

Wertvorstellungen

Der Wert von Wissen in der heutigen digitalen Gesellschaft wird nicht ausschließlich durch die Instanzen der Vermittelnden (Lehrenden) festgelegt, sondern auch durch die Akzeptanz der Rezipienten (Lernenden). Es gilt zudem, prophylaktisch eine wirkungsvolle und interessante Alternative zur zunehmend autonomen Wissenbeschaffung der Lernenden aufzuzeigen. Deutet alles auf ein reziprokes Verhältnis hin? Verstehen wir Bildung als Einbahnstrasse oder als ein dynamisches, zyklisches Verhältnis im Sinne einer hermeneutischen Spirale? Welche Risiken birgt ein solcher Paradigmenwechsel? Welche Akzeptanz und Stellenwert hätte dieser Ansatz? Welcher Inhalt, welche Haltung macht die Pose zu einer Geste?

Lehrphilosophie

Die Stellung der Lehre als öffentliche Pose eines Machtgefälles zu Gunsten einer inneren Haltung zu deuten, widerspricht der tradierten Auffassung des Verhältnisses von Schüler–Meister, kann jedoch für alle Beteiligten konstruktive Impulse geben. Sollte die Annahme stimmen, wir befänden uns aufgrund von Digitalisierung, Arbeitsmigration, der Neuausrichtung sozialer Werte etc., inmitten eines weitreichenden Paradigmenwechsels der Bildungs– und Kulturlandschaft, wäre ein Hinterfragen unserer Belehrungs– und Weisungskultur in diesem Kontext von Vorteil. Durchlässigkeit, Transparenz und Chancengerechtigkeit unabhängig von Herkunft und wirtschaftlicher Situation, der gelungene Wandel einer selbstreferentiellen Bildungsökonomie hin zur inklusiven Informationsgesellschaft, sollten nicht nur statistische Fragmente von OECD–Studien sein; gerade für Geisteswissenschaften müssen sie als wesentliche Elemente eines zeitgemässen Lehr– und Lernkonzeptes stets neu definiert werden.

Man kann die Formen des Zeigens als didaktische Werkzeuge einer historisch widersprüchlichen Tradition, als eine taugliche Metapher für die Herausforderungen der zukünftigen Bildungseinrichtungen betrachten. Eine multimedial vernetzte Welt in Live–Kontakt und permanenter Synchronisierung mit potenziell unbeschränkten Möglichkeiten des Wissenszugangs, Erwerbs und Verarbeitung, stellt neu zu bewertende Fragen an die grundsätzlichen Aufgaben Zeigender, des Gezeigten als auch dem Stellenwert des zu Zeigenden. 

Vielleicht ahnen heutige Lernende jeglicher Provenienz die Unnötigkeit einer zentralen wissensvermittelnden Person, eines rudimentären post–autoritären Zwischenmediums, einer institutionalisierten Handlungsschwelle. Warum sollten Lernende wissen, wie die präsupponierten Fragen auf formale Antworten lauten, da sie sich nicht mit Suchmaschinen, Taschenrechnern oder Rechtschreibekorrekturen messen lassen wollen? Sie verkörpern im Modus der Lernenden differenziert andere Rollen, als das gewohnte Leistungsprinzip ihnen bisher ethisch und faktisch abverlangen konnte. Das Gezeigte trifft auf resistente Oberflächen, wird subversiv zurückgeworfen und verbleibt als Artefakt in Form rhetorischer Fragen zurück. Die angemessene Art der Unterhaltung ist daher abhängig von der einzelnen Konstitution und der Haltung der beruflich–amtlich handelnden Hohheitspersonen, der Lehrerinnen und Lehrer.

Lernphilosophie

Viel wichtiger als die gut trainierten kategorischen Antworten auf Fragen operativ innerhalb eines Leistungssystems zu konditionieren, könnte der Schwerpunkt auf die Kompetenz des „richtigen“ Fragens gelegt werden. Wie müssen Fragen an die Welt und an digitale Wissenssysteme gestellt werden um effizient einen Link zu gewünschten und weiter stimulierenden Antworten zu erlangen? Die Antworten sind auf diesem Bildungsniveau alle hinreichend vorhanden, die Leistung liegt nun in der Gestalt der kreativen und konstruktiven Fragestellung. Vergleichbar einer mathematischen Formel mit einer Unbekannten, verlagert sich die Kompetenz der Lernenden hin zu einer umgekehrten Wissenssyntax. Es gilt die Formel von unnötigem Ballast und Ornamenten zu lösen und ihre Richtigkeit in einer ästhetischen Form gestalterisch zu suchen.

Der Stellenwert des Gemeinten, die Richtigkeit der Antwort kippt syntaktisch und semantisch hin zu mehrdeutigen, differenzierten Erzählstrukturen und Weisungen, Verschachtelungen oder gar Witzen. Das Zeigen als Vermittlung bleibt als ein performativer, auszuführender Akt der individuell und strategisch geformt und gestaltet werden kann. Abhängig von den Rahmenbedingungen und der Umwelt müssen jeweils Bedeutung und Sinn flexibel erfaßt werden können.

Bildungsgerechtigkeit

Gerechte Bildungschancen sind nicht nur eine Frage des eigenen persönlichen Könnens und des Engagements. Vielmehr bestimmen die soziale Herkunft der Lernenden ihren Bildungsgang und Horizont maßgeblich und ihre Bildungschancen werden vererbt.

Ich möchte die Erfahrungen aus dem Schuljahr 2016/17 als Lehrkraft an einer Mittelschule in Deutschland erweitern und vertiefen und letztendlich unter fachlicher Anleitung und unter professioneller Unterstützung zu einer erfolgreichen Tätigkeit beitragen. Ich möchte Werte vermitteln und Wissenserwerb fördern, fachliches und persönliches Weiterkommen ermöglichen.

Gerade als jemand mit sogenanntem Migrationshintergrund aber auch als akademischer Sonderling innerhalb einer Handwerkerfamilie, kann ich nötige und interessante Erfahrungen in die individuelle Arbeit mit den Studierenden unserer differenzierten Gesellschaft einbringen. Ich habe große Affinität zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und die nötige Erfahrung in der Lehre der Fächer Kunst und Ethik sammeln können. Im Rahmen meiner Projekte möchte ich zukünftige Lebenswege positiv verändern, kritisch begleiten und jedem einzelnen Studierenden wertvolle Fähigkeiten mittels meiner Tätigkeit mit auf den Weg geben.

Bildungshierarchien werden nicht nur innerhalb schulischer oder universitärer Zirkel gepflegt und weitergegeben, sie sind Grundlage eines partizipatorischen und verständnisvollen Umgangs miteinander in einer Gesellschaft. Deshalb ist es für mich besonders wichtig, sich in allen Bereichen des Alltags diese Ungerechtigkeiten zu vergegenwärtigen und sie bewußt zu machen. Schließlich ist Bildung nicht ausschließlich für den Einzelnen förderlich, sondern fließt langfristig zurück in eine tolerante Gesellschaft.

Es ist insofern wichtig, eine breite und allgemeine Basis für den Wissenserwerb zu schaffen, Bildungschancen von sozialen Faktoren wie Geld und Besitz zu lösen und somit jedem Individuum eine faire Chance zu geben. 

Basis eines gerechten Bildungssystems sind nicht nur die institutionellen Rahmenbedingungen, sondern vor Allem auch auch die motivierende individuelle Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden.

Abschlußbemerkung

Meiner Lehr– und Lernphilosophie liegt das Herauslösen der eindimensionalen Funktion von Zeigen aus dem sich selbst verstärkenden Kreislauf zugrunde, um damit neue dynamische Perspektiven zulassen zu können, um soziale Bedingungen und Spielregeln der zukünftigen Gesellschaft zu thematisieren und aktiv mitzugestalten zu können. Inwieweit kann ein instrumentalisiertes zeigendes Lehren vor dem Hintergrund einer kanonisierten Didaktik hin zu einer künstlerisch–ästhetischen Veranschaulichung verlagert werden?

LEARNING AND TEACHING PHILOSOPHY

Clarification of fundamental beliefs and ideas about learning and teaching as well as the importance of teaching

In the following I try to outline my personal attitude to learning and teaching concepts, which is the result of my biography and my academic career.

On the ethics of showing

Teaching and learning naturally belong together, complement each other and also exclude each other; depending on the perspective from which you look at it or the role you are in. However, before anticipating these opposing poles in sharp contrast or even as opposing positions of active and passive processes, the fundamental question should be allowed as to the extent to which such a division can exist within the hierarchy of an educational system: after all, isn’t teaching content or beliefs simultaneously learning about the prerequisites and effects of the same process and the permanent reflection on it? Vice versa, doesn’t learning also include teaching itself – even if it is just teaching yourself, the search for an individually suitable method to transfer and further develop content?

Values

The value of knowledge in today’s digital society is not determined exclusively by the authorities of the mediators (teachers), but also by the acceptance of the recipients (learners). It is also important to show an effective and interesting alternative to the increasingly autonomous acquisition of knowledge by learners as a preventative measure. Does everything point to a reciprocal relationship? Do we understand education as a one-way street or as a dynamic, cyclical relationship in the sense of a hermeneutic spiral? What risks does such a paradigm shift entail? What acceptance and importance would this approach have? What content, what attitude makes the pose a gesture?

Teaching philosophy

Interpreting the position of teaching as a public pose of a power imbalance in favor of an inner attitude contradicts the traditional understanding of the relationship between student and master, but can provide constructive impulses for all those involved. If the assumption is correct that we are in the midst of a far-reaching paradigm shift in the educational and cultural landscape due to digitalization, labor migration, the reorientation of social values, etc., it would be beneficial to question our culture of instruction and instruction in this context. Permeability, transparency and equal opportunities regardless of origin and economic situation, the successful transformation of a self-referential educational economy to an inclusive information society, should not just be statistical fragments of OECD studies; especially for the humanities, they must constantly be redefined as essential elements of a contemporary teaching and learning concept.

The forms of showing can be viewed as didactic tools of a historically contradictory tradition, as a suitable metaphor for the challenges of future educational institutions. A multimedia networked world in live contact and permanent synchronization with potentially unlimited possibilities for accessing, acquiring and processing knowledge, poses questions that need to be reassessed about the fundamental tasks of those showing, of what is shown and the importance of what is to be shown.

Perhaps today’s learners of all backgrounds sense the unnecessaryness of a central person who conveys knowledge, a rudimentary post-authoritarian intermediate medium, an institutionalized threshold for action. Why should learners know what the presupposed questions are for formal answers, since they do not want to be measured against search engines, calculators or spelling corrections? In the mode of learners, they embody roles that are differentiated from those that the usual performance principle has previously required of them ethically and factually. What is shown encounters resistant surfaces, is subversively thrown back and remains as an artifact in the form of rhetorical questions. The appropriate type of conversation therefore depends on the individual constitution and the attitude of the professionally and officially acting sovereign persons, the teachers.

Learning philosophy

Much more important than operatively conditioning the well-trained categorical answers to questions within a performance system, the focus could be placed on the competence of asking the „right“ questions. How must questions be asked of the world and of digital knowledge systems in order to efficiently obtain a link to desired and further stimulating answers? The answers are all sufficiently available at this level of education, the achievement now lies in the form of the creative and constructive question. Comparable to a mathematical formula with an unknown, the competence of the learners shifts towards an inverted syntax of knowledge. The formula must be freed of unnecessary ballast and ornaments and its correctness must be sought in an aesthetic form.

The importance of what is meant, the correctness of the answer, shifts syntactically and semantically towards ambiguous, differentiated narrative structures and instructions, nesting or even jokes. Showing as communication remains a performative act that can be shaped and designed individually and strategically. Depending on the general conditions and the environment, the meaning and purpose must be able to be grasped flexibly.

Educational justice

Fair educational opportunities are not just a question of one’s own personal ability and commitment. Rather, the social background of the learners determines their educational path and horizon to a large extent and their educational opportunities are inherited.

I would like to expand and deepen the experiences from the 2016/17 school year as a teacher at a middle school in Germany and ultimately contribute to a successful career under professional guidance and support. I would like to convey values ​​and promote knowledge acquisition, enable professional and personal advancement.

Especially as someone with a so-called migrant background but also as an academic oddball within a family of craftsmen, I can bring necessary and interesting experiences to the individual work with the students of our differentiated society. I have a great affinity for working with children and young people and have been able to gain the necessary experience in teaching the subjects of art and ethics. As part of my projects, I would like to positively change future life paths, provide critical support and give each individual student valuable skills through my work.

Educational hierarchies are not only maintained and passed on within school or university circles, they are the basis of a participatory and understanding way of dealing with one another in a society. That is why it is particularly important for me to be aware of these injustices in all areas of everyday life and to make people aware of them. After all, education is not only beneficial for the individual, but in the long term flows back into a tolerant society.

It is therefore important to create a broad and general basis for acquiring knowledge, to separate educational opportunities from social factors such as money and property and thus to give every individual a fair chance.

The basis of a fair educational system is not only the institutional framework, but above all the motivating individual interaction between teachers and learners.

Concluding remark

My teaching and learning philosophy is based on removing the one-dimensional function of showing from the self-reinforcing cycle in order to allow for new dynamic perspectives, to address and actively shape the social conditions and rules of the future society. To what extent can instrumentalized teaching through showing be shifted to artistic-aesthetic illustration against the background of canonized didactics?


PERSÖNLICHE ÜBERLEGUNGEN ZUM ARBEITSBEGRIFF …

… und wie ich versuche damit umzugehen.

Das Thema „Arbeit“ als jemand mit sogenanntem Migrationshintergrund aus einem reinen Arbeiterhaushalt stammend, ist ein stets präsenter Fixpunkt meiner Arbeiten. 

Der als Kind beobachtete Kontrast zwischen landwirtschaftlicher Feldarbeit und industrieller Fabrik, Handarbeit zur Güterverarbeitung und Arbeit als ideeller Beschäftigung, rein privater und semi-öffentlicher politischer Arbeit, hat sich tief in mein Denken und meine Lebensführung eingebrannt, bis hin zur Wahl meiner Alltagskleidung oder der Zielgruppe meiner „Arbeiten“.

Meine Mutter war Schneiderin, mein Vater Metallbauschlosser, die mir bekannten Großeltern waren vor und nach der russischen Verschleppung in die heutige Ukraine, einfache Bauern oder haben in Haushalten wohlhabender Familien gedient. Nicht nur einmal in ihrem Leben fingen diejenigen, die zurückgekehrt sind, ganz bei Null an. Die Schulbildung endete meist spätestens mit der 8. Klasse, an ein Studium oder eine weiterführende Schule zu denken, war nicht nur aus Sicht der Familie völlig abwegig, sondern auch der parteitreuen sozialistischen rumänischen Elite vorbehalten. Aufgewachsen unter den Einfüssen eines sozialistischen Staates in den 1980er Jahren in dörflicher Umgebung wenige Kilometer neben der Grenze zum ehemaligen Jugoslawien, ist mein persönlicher biographischer Hintergrund von den Vor– und Nachteilen dieser Konstellation und dem Verständnis für die langfristigen Auswirkungen auf das Selbstverständnis mitgeprägt. 

Privilegien

Ich bin mir meiner privilegierten Position sehr bewußt, schließlich durfte ich gleich zwei elitäre Hochschulabschlüsse genießen. Deshalb habe ich stets versucht, mein Wissen und meine persönlichen Erfahrungen an Menschen und Jugendliche zu richten, deren Potential aufgrund vorherrschender Bildungshierarchien weitgehend unausgeschöpft bleibt.

Die Lehramtsausbildung für Ethik und Kunst habe ich ganz bewußt nicht für den gymnasialen Zweig gewählt, sondern für die Grund- und Realschule, andere soziokulturelle Projekte fanden gezielt nicht in Metropolen sondern in der Peripherie mit sozial benachteiligten Zielgruppen statt, z.B. anläßlich des Europäischen Kulturerbejahres, fortgesetzt mit der Deutschen Botschaft in Rumänien oder als Workshopleiter an Schulen mit starkem Migrationsanteil.

Erfahrungen

Flucht- und Umbruchserfahrungen, politische Systemwechsel, ethnische Konflikte, soziale Neuorientierung als auch kreativer Optimismus anhand neuer Möglichkeiten, sind Resultate dieser prägenden Sozialisierung auf meine eigene Biographie. Ich habe also eine starke Identifikation mit echter Arbeit, Lohn-, Zwangs– oder künstlerischer Arbeit und die nötige Distanz zu solcher Arbeit, welche sich als künstlerisch labelt. 

Arbeitsbegriff im Wandel

„Ich muß mal langsam etwas arbeiten gehen …“ habe ich als Kunststudent so oft gehört, wenn befreundete Künstlerinnen und Künstler bei mir zu Besuch waren, welche aus akademischen Haushalten oder aus Künstlerlinnenfamilien stammen und die dann anschließend wieder zum Kaffeetrinken ins Atelier gingen. Es mag fast zynisch klingen, künstlerische Arbeit sprachlich mit jener gleichzusetzen, welche die Menschen meist ihr Leben lang unfreiwillig leisten und sie nicht selten als körperliche Trümmer zurückläßt: Menschen die Dächer decken, Stahl bearbeiten, Gebäude mauern, andere Menschen pflegen, unsere Waren liefern etc. und alle ohne jegliche Ausbildung, die als billig ersetzbare Lohnsklaven betrachtet werden.

Natürlich erfuhr der Stellenwert von Arbeit über Etappen wie Nomadentum, Seßhaftigkeit, Kolonialismus, Industrialisierung, Globalisierung, Finanzkapitalismus oder Digitalisierung eine grundlegende Veränderung, dies hat uns auch die Pandemie deutlich gezeigt. Arbeitsmigration, Ausbeutung, Scheinselbständigkeit, Home-Office, Kurzarbeit, Mindestlohn sind hier die Stichworte. 

Und nicht zuletzt sind Kunst- und Kulturschaffende heutzutage neben dem ehemaligen sogenannten Proletariat auch Sinnbild einer ganzen Generation von mehr oder weniger freien Menschen, jenen Soloselbstständigen und Projektmitarbeitenden, die als letzter Rest eines prekären Dienstleistungssektors fungieren und stets am Rande des ökonomischen Bankrotts ideell agieren und wieder als digitale Nomaden umherziehen und ihre Kompetenzen unter Preis anbieten müssen. Die Frage nach dem Lohn der Arbeit stellt sich hier in einem ganz anderen Zusammenhang.

Umsetzung

Eine Vielzahl meiner künstlerischen Arbeiten beschäftigen sich mit Literatur bzw. der Übertragung von Wort in Schrift und Zeichen und haben diese als Grundlage. Als Layouter mit langjähriger Erfahrung in der Erstellung eigener Künstlerbücher, bin ich mir auch der typographischen Feinheiten und dem Erscheinungsbild des (gedruckten) Wortes stark bewußt. Auch habe ich ein Gespür für Laute, Dialekte und schätze nicht–akademischen Sichtweisen mindestens genau so, wie ausgefeilte philosophische Ausarbeitungen. 

Meine Arbeiten spiegeln dieses Zusammenspiel im Kern wieder. Traditionelle analoge (z.B. Stift, Papier, Schreibmaschine, die mündliche Diskussion) als auch digitale Arbeitsmethoden (z.B. mobile Geräte, Smartphones, Computer, Ton und Videoaufnahmen, Webseiten) verstehe ich keinesfalls als sich ausschliessende Antagonismen, sondern als äußerst produktive Ergänzungen zueinander. Mein Ziel ist die Bewahrung der Ursprünglichkeit mittels Skizzencharakter und die professionelle Ergebnissicherung in Form von künstlerisch durchdachten Methoden der Anschaulichmachung und der öffentlichen Kommunikation. Ich lege Wert auf eine fokussierte, reduzierte Arbeitsweise mit hohem Anspruch an die darauffolgende (spartenübergreifende und mediale) Präsentation und bin auch für das Layout und die Präsentation verantwortlich.

Ein geschulter Umgang mit Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Sensibilität für Eigentums– und Persönlichkeitsrechte und Wahrung der Privatsphäre sind gegeben. Weiterhin kann ich Erfahrungen bei Vorträgen, Lesungen, dem Leiten von Workshops und dem Geben von Presseinterviews vorweisen. Ich bin kommunikativ in meiner Person und freue mich, die Erschließung von nachhaltigen Strukturen über die jeweils ausgeübte Tätigkeit hinaus öffentlichkeitswirksam mitzugestalten. Als Ergebnis langjähriger künstlerischer Arbeit, ist eine selbstständige Arbeitsweise ohne geregelte Zeiten und mit nachhaltiger eigenständiger Dokumentation der Ergebnisse selbstverständlich.

PERSONAL REFLECTIONS ON THE CONCEPT OF WORK…

… and how I try to deal with it.

The topic of „work“ as someone with a so-called migrant background from a purely working-class household is an ever-present focal point in my work.

The contrast I observed as a child between agricultural field work and industrial factory work, manual work to process goods and work as an ideal occupation, purely private and semi-public political work, has become deeply ingrained in my thinking and lifestyle, right down to the choice of my everyday clothes or the target group of my „work“.

My mother was a seamstress, my father a metalworker, the grandparents I know were simple farmers or worked in the households of wealthy families before and after the Russian deportation to what is now Ukraine. More than once in their lives, those who returned started from scratch. School education usually ended in the 8th grade at the latest, and thinking about studying or attending a secondary school was not only completely absurd from the family’s point of view, but also reserved for the party-loyal socialist Romanian elite. Having grown up under the influence of a socialist state in the 1980s in a rural area a few kilometers from the border with the former Yugoslavia, my personal biographical background is shaped by the advantages and disadvantages of this constellation and the understanding of the long-term effects on self-image.

Privileges

I am very aware of my privileged position, after all I was able to enjoy two elite university degrees. That is why I have always tried to direct my knowledge and personal experiences to people and young people whose potential remains largely untapped due to prevailing educational hierarchies.

I deliberately chose to train as a teacher for ethics and art not for the grammar school branch, but for primary and secondary schools; other socio-cultural projects were not specifically carried out in metropolises but in the periphery with socially disadvantaged target groups, e.g. on the occasion of the European Year of Cultural Heritage, continued with the German Embassy in Romania or as a workshop leader at schools with a high proportion of migrants.

Experiences

Experiences of flight and upheaval, political system changes, ethnic conflicts, social reorientation as well as creative optimism based on new possibilities are the results of this formative socialization on my own biography. I have a strong identification with real work, wage, forced or artistic work and the necessary distance to work that labels itself as artistic.

Concept of work in transition

„I have to go and do some work soon…“ is something I heard so often as an art student when artist friends who came from academic households or families of artists visited me and then went back to the studio for coffee. It may sound almost cynical to linguistically equate artistic work with the work that people usually do involuntarily throughout their lives and which often leaves them as physical ruins: people who cover roofs, work with steel, build walls, care for other people, deliver our goods, etc. and all without any training, who are seen as cheaply replaceable wage slaves. Of course, the importance of work has undergone a fundamental change over stages such as nomadism, sedentarism, colonialism, industrialization, globalization, financial capitalism or digitalization, as the pandemic has clearly shown us. Labor migration, exploitation, bogus self-employment, home office, short-time work, minimum wage are the key words here.

And last but not least, artists and cultural workers today are not only the former so-called proletariat but also a symbol of a whole generation of more or less free people, those self-employed and project workers who function as the last remnant of a precarious service sector and always act ideally on the brink of economic bankruptcy and have to move around again as digital nomads and offer their skills below price. The question of the reward of work arises here in a completely different context.

Implementation

A large number of my artistic works deal with literature or the transfer of word into writing and characters and have these as their basis. As a layout designer with many years of experience in creating my own artist books, I am also very aware of the typographical subtleties and the appearance of the (printed) word. I also have a feel for sounds, dialects and value non-academic perspectives at least as much as sophisticated philosophical elaborations.

My work reflects this interaction at its core. I do not see traditional analogue (e.g. pen, paper, typewriter, oral discussion) and digital working methods (e.g. mobile devices, smartphones, computers, sound and video recordings, websites) as mutually exclusive antagonisms, but rather as extremely productive complements to one another. My goal is to preserve the originality by means of sketch character and to ensure professional results in the form of artistically thought-out methods of visualization and public communication. I attach importance to a focused, reduced way of working with high demands on the subsequent (cross-disciplinary and media) presentation and am also responsible for the layout and presentation.

I have been trained in dealing with the press and public relations, am sensitive to property and personal rights and respect for privacy. I also have experience in giving lectures, readings, leading workshops and giving press interviews. I am a communicative person and am happy to help shape the development of sustainable structures in a way that goes beyond the work I am currently doing. As a result of many years of artistic work, an independent way of working without set times and with sustainable, independent documentation of the results is a given.